Blitzer in Deutschland — was tun nach Erhalt eines Bußgeldbescheids?
Haben Sie einen Bußgeldbescheid von einer Blitzer-Messung in Deutschland erhalten? Erfahren Sie Fristen, Einspruchsmöglichkeiten, das Flensburger Punktesystem und wann ein Fahrverbot droht.
Ein bunter Umschlag mit dem Logo einer Behörde und einem Foto Ihres Autos — der Bußgeldbescheid ist die Realität für jeden Autofahrer in Deutschland. Wir erklären, was Sie tun müssen, welche Möglichkeiten Sie haben und wann sich ein Einspruch lohnt.
Was enthält ein Bußgeldbescheid?
Das Dokument enthält:
- Beschreibung des Verstoßes (Geschwindigkeit, Rotlicht etc.)
- Die Höhe des Bußgeldes
- Die Anzahl der Punkte in Flensburg (falls zutreffend)
- Gegebenenfalls ein Fahrverbot
- Die Zahlungsfrist
- Informationen über das Recht auf Einspruch
Fristen — das ist entscheidend!
| Handlung | Frist |
|---|---|
| Zahlung des Bußgeldes | In der Regel 2 Wochen nach Zustellung |
| Einlegung eines Einspruchs | 2 Wochen nach Zustellung |
| Benennung des tatsächlichen Fahrers (Fahreranfrage) | Abhängig von der Entscheidung — meist 1–2 Wochen |
ACHTUNG: Die Einspruchsfrist beginnt ab dem Zeitpunkt der Zustellung des Schreibens (Datum auf dem Benachrichtigungsschein oder der Empfangsbestätigung), nicht ab dem Absendedatum.
Das Flensburger Punktesystem
In Deutschland gibt es das Fahreignungsregister (FAER), das vom Kraftfahrtbundesamt (KBA) in Flensburg geführt wird. Jeder Verkehrsverstoß kann Punkte nach sich ziehen:
| Punkte | Konsequenzen |
|---|---|
| 1–3 Pkt. | Ermahnung |
| 4–5 Pkt. | Ermahnung + Kursempfehlung |
| 6–7 Pkt. | Verwarnung + verpflichtender Kurs |
| 8 Pkt. | Entzug der Fahrerlaubnis |
Punkte werden nach 2,5 oder 5 Jahren getilgt (je nach Verstoß), vorausgesetzt, es werden keine neuen Verstöße begangen.
Fahrverbot — das vorläufige Fahrverbot
Ein Fahrverbot ist ein zeitlich begrenztes Verbot, ein Fahrzeug zu führen — in der Regel 1 bis 3 Monate. Es droht z. B. bei:
- Geschwindigkeitsüberschreitung von mehr als 21 km/h innerorts
- Geschwindigkeitsüberschreitung von mehr als 26 km/h außerorts
- Rotlichtverstoß (wenn die Rotphase länger als 1 Sekunde dauerte — qualifizierter Rotlichtverstoß)
Wichtig: Das Fahrverbot können Sie in einem von Ihnen gewählten Monat innerhalb von 4 Monaten nach Rechtskraft der Entscheidung antreten — das ist wichtig für Saisonarbeiter und Berufskraftfahrer.
Lohnt sich ein Einspruch?
Wann JA:
- Sie haben Zweifel an der Richtigkeit der Messung (Gerätetyp, Kalibrierung)
- Sie sind zum Zeitpunkt des Verstoßes nicht gefahren
- Das Foto identifiziert Sie nicht eindeutig
- Ihnen droht ein Fahrverbot — ein Anwalt kann möglicherweise ein höheres Bußgeld statt eines Fahrverbots aushandeln
- Der Verstoß grenzt an eine „höhere Kategorie" (z. B. 20 vs. 21 km/h Überschreitung)
Wann NEIN:
- Sie sind eindeutig schuldig und auf dem Foto gut erkennbar
- Das Bußgeld ist gering (unter 100 EUR ohne Punkte)
- Sie haben keine Beweise, die die Messung in Frage stellen
Einspruchsverfahren Schritt für Schritt
1. Rechtzeitig Einspruch einlegen
Senden Sie einen schriftlichen Einspruch an die in der Entscheidung genannte Behörde (Bußgeldstelle). Sie müssen keine Gründe angeben — allein die Einlegung des Einspruchs setzt die Entscheidung außer Kraft.
2. Das Verfahren geht vor Gericht
Nach dem Einspruch kommt der Fall vor das Amtsgericht. Hier können Sie einen Anwalt beauftragen.
3. Verhandlung oder Vergleich
Ein Anwalt kann die Bedingungen verhandeln (z. B. Umwandlung des Fahrverbots in ein höheres Bußgeld) oder auf einen Freispruch hinwirken.
4. Verfahrenskosten
Wenn Sie gewinnen: Die Kosten trägt die Behörde. Wenn Sie verlieren: Sie zahlen die Gerichtskosten (in der Regel 25–75 EUR) + die Anwaltskosten.
Ausländer im Ausland — bekomme ich den Bußgeldbescheid auch ins Heimatland?
Ja! Deutschland und viele andere Länder haben Abkommen zur Vollstreckung von Verkehrsbußgeldern. Bußgelder über 70 EUR können auch bei im Ausland lebenden Bürgern durch die dortigen Behörden vollstreckt werden. Das Ignorieren deutscher Bußgeldbescheide kann zu einer Zwangsvollstreckung im Heimatland führen.
Haben Sie Probleme mit einem Bußgeldbescheid in Deutschland? Eine Rechtsschutzversicherung übernimmt die Anwaltskosten. Schreiben Sie uns: kontakt@deutscheVersicherungen.de
Häufig gestellte Fragen
Wann JA: Sie haben Zweifel an der Richtigkeit der Messung (Gerätetyp, Kalibrierung) Sie sind zum Zeitpunkt des Verstoßes nicht gefahren Das Foto identifiziert Sie nicht eindeutig Ihnen droht ein Fahrverbot — ein Anwalt kann möglicherweise ein höheres Bußgeld statt eines Fahrverbots aushandeln Der Verstoß grenzt an eine „höhere Kategorie" (z. B. 20 vs. 21 km/h Überschreitung) Wann NEIN: Sie sind eindeutig schuldig und auf dem Foto gut erkennbar Das Bußgeld ist gering (unter 100 EUR ohne Punkte) Sie haben keine Beweise, die die Messung in Frage stellen Einspruchsverfahren Schritt für Schritt 1. Rechtzeitig Einspruch einlegen
2. Das Verfahren geht vor Gericht
3. Verhandlung oder Vergleich
4. Verfahrenskosten
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